Rohrpostbrief mit interessanter Frankatur

Dieser Rohrpostbrief wurden am 22.9.1920 vom Berliner Postamt SO 16 nach Wilmersdorf versandt. Die Gebühr für die Rohrpostbeförderung eines Briefes betrug zu dieser Zeit 140 Pfennig (PP 5). Da keine Ganzsachen für diese Gebührenstufe existierten, wurde eine Rohrpostganzsache mit einem 60 Pf.-Germaniawertstempel verwendet und mit weiteren vierzehn(!) Germaniamarken auf die erforderliche Gebühr auffrankiert.

Es ist aber nicht die schiere Anzahl verklebter Marken die diese Frankatur so interessant macht, sondern die Verwendung von insgesamt drei verschiedenen Zusammendrucken.

Rohrpostbrief Vorderseite
Rohrpostbrief - Vorderseite

Auf der Vorderseite links neben dem Wertstempel befindet sich der erste Zusammendruck bestehend aus einer 7½ und einer 15 Pf. Marke (MiNr. W11). Ebenfalls auf der Vorderseite unten links, befindet sich ein weiterer Zusammendruck, bestehend aus je zwei 5 und 7½ Pf. Marken (MiNr. S3). Diese beiden Zusammendrucke entstammen Markenheftchen.

Rohrpostbrief Rückseite
Rohrpostbrief - Rückseite

Auf der Rückseite wurde diagonal ein Fünferstreifen mit drei 2½ und zwei 7½ Pf. Marken, verklebt (MiNr. S14). Er wurde einer Markenrolle, die abwechselnd je eine 2½ und eine 7½ Pf. Marke enthielt, entnommen. Eine 2, 3 und 5 Pf. Marke ergänzen die Frankatur.

Diese interessante Frankatur ist sicherlich philatelistisch inspiriert. Aber der Brief trägt alle Merkmale einer Rohrpostbeförderung, wurde also tatsächlich mit der Berliner Stadtrohrpost befördert.

Dr. Ludger Breil